Wulff bekam, wider der Erwartung vieler, die absolute Mehrheit, obwohl er sie gar nicht unbedingt gebraucht hätte.
Überraschend, dass trotz der klaren Mehrheit von schwarz- gelb in der Bundesversammlung Wulff nicht direkt Bundespräsident wurde. Viele aus dem schwarz- gelben Lager entschieden sich doch für Gauck, auch die Kandidatin der Linke, Luc Jochimsen bekam mehr Stimmen als "Die Linke" Sitze in der Bundesversammlung hat.
Gauck, der eine lange und harte Karriere hinter sich ließ und Wulff, der sich schon in jungen Jahren in der Parteipolitik als guter Politiker bewies.
Vor dem dritten Wahlgang stieg die Spannung an, es wurde sich noch schnell mit den Kandidaten fotografiert. Dann las Norbert Lammert, begleitet von kühlen Sprüchen die Ergebnisse vor:
Wulff bekam 625 Stimmen, mehr als die absolute Mehrheit von 623 Stimmen, die er und Merkel, sowie Westerwelle sich doch schon zwei Wahlgänge vorher so herbeigesehnt hatten.
Aber auch Gauck schnitt verhältnismäßig sehr gut ab, mit 494 Stimmen. Viele Enthaltungen gab es, die meisten aus den Linken, weil sie anscheinend lieber dem schwarz-gelben Kandidaten zum Sieg verhelfen, als endlich, wie sie es doch eigentlich immer in Interviews betonen, mit ihrer SED-Vergangenheit abschließen, wie es einige rot-grüne Politiker formulierten.
Die meisten Bürger waren für Gauck, er bekommt viele Stimmen nicht nur aus rot-grün und er ist vielleicht in vielen Köpfen der ideale Bundespräsident.
Wulff wird es nicht leicht haben, denn er muss sich jetzt bei der Bevölkerung behaupten, doch ich bin zuversichtlich, dass er seine Aufgaben gewissenhaft ausführen wird.